Jivamukti Fokus des Monats

Hier gibt es den aktuellen Jivamukti Fokus des Monats auf Deutsch! Ältere Beiträge kannst du in unserem Archiv nachlesen. Jivamukti Focus of the Month in German!
yoga atelier elisabeth marino
Die Kunst des Yogas in seiner kompetentesten und persoenlichsten Form


Jivamukti Fokus des Monats Juni 2014
Jivamukti Yoga setzt jeden Monat einen Schwerpunkt, der sich im Unterricht wiederspiegelt. Der Weg ist das Ziel und während wir uns auf dem Pfad befinden, werden wir inspiriert unsere Sichtweisen und Muster zu hinterfragen, zu verändern und dadurch zu neuen Eingebungen und Erkenntnissen zu finden.

Ganz werden durch andere

Der Zustand von „Yoga“ oder „Einheit“ entsteht, wenn sich das eigene Selbst mit dem unbegrenzten, unveränderten und ewigen Selbst vereint. Yoga wird als samadhi, oder glückseliger Zustand beschrieben, weil es eine Erleichterung ist, sich letztlich mit dem Ganzem zu verbinden, nachdem man so viele Leben herum irrend in der sinnestäuschenden Welt der Trennung lebte. Die Methoden des Yoga helfen, das zusammenzubringen, was nicht verbunden zu sein scheint.

Erleuchtung ist das Ziel aller Yogapraktiken. Andere wahrzunehmen - das geschieht, wenn man sich selbst als getrennt von anderen sieht - das ist das größte Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung. Um Yogapraktiken wirken zu lassen, muss daran gearbeitet werden, die Wahrnehmung des Anderen in unserem Leben aufzulösen.Yoga lehrt uns, dass es in Wahrheit nur die Einheit gibt; Anderssein ist eine illusionäre Projektion unseres Geistes, ausgehend von unserem karma der Vergangenheit (Handlungen). Die Praktiken helfen uns, unser Karma zu reinigen, welches unsere Beziehungen mit anderen beinhaltet, so dass wir das Einssein wahrnehmen können.

In der alten Schrift, dem Yoga Sutra, empfiehlt uns Meister Patanjali einige Praktiken, die uns helfen, das Empfinden des Anderen aufzulösen und uns der Einheit näher zu bringen. Patanjali spricht zu denen, die noch das Andere wahrnehmen, aber daran interessiert sind, das Gefühl des Nicht-Verbundenseins zwischen sich selbst und anderen aufzulösen.

Er empfiehlt, wenn wir noch das Empfinden des „Anderen“ spüren, statt das göttlichen Einssein aller zu sehen, folgendes: erstens- andere nicht zu verletzen (ahimsa); zweitens - sie nicht zubelügen (satya); drittens - sie nicht zu bestehlen (asteya); viertens- sie nicht sexuell zu manipulieren (brahmacharya); und fünftens - nicht habgierig zu sein, so viel nehmend, dass du die anderen arm machst (aparigraha). Er gibt diese Anleitung im zweiten Kapitel, dem Kapitel über die Praxis, und bezieht sich auf diese als die fünf yamas(Einschränkungen) - fünf Wege, dein Verhalten zu beherrschen, um anderem Verhalten in deinem Leben Raum zu geben.

Unmittelbar praktisch bezogen bedeutet das, dass die Art wie wir andere behandeln bestimmt, wie auch wir in unserem Leben behandelt werden. Das Andere in unserem Leben ist eine Reflektion von uns. Wenn wir uns nach Glück und nach Befreiung von Leid sehnen, dann sollte unsere Beziehung zu allen Lebewesen und Dingen für beide Seiten vorteilhaft sein. Kein echtes oder langanhaltendes Glück kann darauf basieren, anderen Unglück zuzufügen. Keine echte oder langanhaltende Freiheit kann dadurch erlangt werden, anderen ihre Freiheit zu entziehen.

Patanjali sagt uns, welche Veränderungen wir in unserem Leben sehen können, wenn wir die Praktiken der fünf yamas etablieren. Wenn wir aufhören andere zu verletzen, werden wir in unserem Leben nicht mehr von anderen verletzt. Wenn wir praktizieren, immer die Wahrheit zu sagen, wird uns zugehört. Wenn wir aufhören, andere zu bestehlen, wird Reichtum zu uns kommen. Wenn wir andere respektvoll behandeln und sie nicht sexuell manipulieren, werden wir uns Gesundheit und Vitalität erfreuen. Und wenn wir Tendenzen der Habgier loslassen können, werden wir den Sinn des Lebens erkennen und es wird uns unsere Bestimmung klar.

Wenn wir wissen wollen, wer wir wirklich sind, müssen wir damit beginnen zu beobachten, wie groß unser Wille ist, uns die Art und Weise anzuschauen, wie wir andere behandeln, weil diese darüber entscheidet, wie wir von anderen behandelt werden; und wie andere uns behandeln, bestimmt unsere Sicht auf uns selbst; und wie wir uns selbst sehen, bestimmt wer wir sind.

Die einfache, aber kraftvolle Geste, unsere beiden Hände vor unserem Herzen zusammenzubringen, wenn wir andere grüßen oder wertschätzen (namaste mudra) spricht ohne Worte die Magie der Einheit. Zwei Hände kommen zusammen: die linke und die rechte, die Sonne und der Mond, das ha und das tha, das Selbst und das Andere. Das ist die Geste, die Yoga beschreibt: Einheit, die ultimative Wahrheit.

— Sharon Gannon

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